Zirkuläre Wirtschaft

    RENOLIT Goes Circular – unser Weg zur zirkulären Wirtschaft

    Kunststoffe prägen unser modernes Leben wie kaum ein anderes Material. Sie sind leicht, langlebig, flexibel und vielfältig einsetzbar. Doch die weltweit wachsende Menge an Kunststoffprodukten, die nach ihrer oftmals kurzeitigen Nutzung als „Abfall“ entsorgt werden, hat sich zu einer Gefahr für den Menschen, seine Umwelt und das Klima entwickelt. Als einer der führenden Hersteller von hochwertigen Kunststofffolien und verwandten Produkten stellen auch wir uns unserer Verantwortung: Mit unserer Verpflichtung zu mehr zirkulärer Wirtschaft, auch Kreislaufwirtschaft genannt, helfen wir, die Lebensgrundlagen und die Lebensqualität heutiger und zukünftiger Generationen auf der Erde weiterhin zu erhalten. Was das genau bedeutet, erfahren Sie hier.

    PARADIGMENWECHSEL

    Paradigmenwechsel von der linearen zur zirkulären Wirtschaft

    Die lineare Wirtschaft

    Bisher sind globale Wirtschaftssysteme geprägt von der linearen Wirtschaft. Sie ist gekennzeichnet durch ein „Nehmen, Machen und Entsorgen“. Die Rücknahme von Produkten nach ihrem Gebrauch, das Recycling oder die Wiederverwertung der eingesetzten Rohstoffe spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Je mehr Produkte hergestellt werden, desto mehr wertvolle Rohstoffe werden benötigt und am Ende eines Produktlebenszyklus als „Abfall“ entsorgt. Mit dem Rohstoffverbrauch wächst der Energiebedarf und erhöht die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre.

    Grafische Darstellung der linearen Wirtschaftsstrategie.

    Inzwischen wissen wir, dass die begrenzten Ressourcen unseres Planeten für die lineare Wirtschaftsstrategie langfristig nicht reichen. Im Jahr 2021 wird die Erde zu etwa 178 Prozent „überbenutzt“, was bedeutet, dass wir 1,78 Planeten benötigen, um unseren Ressourcenverbrauch zu decken. 1

    Diese Erkenntnis hat in den letzten Jahren in vielen Bereichen zu einem Paradigmenwechsel geführt und eine Ära der zirkulären Wirtschaft eingeläutet, um die Lebensbedingungen für den Menschen auf der Erde zu schützen. Indem sie Ressourcen einspart und intelligent nutzt, hat die zirkuläre Wirtschaft das Potenzial, den globalen Verbrauch von Rohstoffen um 28 Prozent und Treibhausgasemissionen um 39 Prozent zu senken. 2

    Sie ist damit eine wichtige Strategie, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen – ein Ziel, zu dem sich rund 194 Staaten im Rahmen des UN-Klimaabkommens von Paris 2015 verpflichtet haben. 3

    Eine zirkuläre Wirtschaft basiert auf den Prinzipien, Abfall und Verschmutzung zu vermeiden, Produkte und Materialien in Gebrauch zu halten und natürliche Systeme zu regenerieren.

    Ellen MacArthur Foundation

    Die zirkuläre Wirtschaft

    Die zirkuläre Wirtschaft ist eine Wirtschaftsstrategie, die planetare Grenzen respektiert und dazu beiträgt, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen umzusetzen.

    Grafische Darstellung der Kreislaufwirtschaft oder circular Economy

    Zirkuläre Wirtschaft beginnt bereits beim Produktdesign und zielt darauf ab, Ressourcen und Energie möglichst effizient zu nutzen, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern, Instandsetzungen oder Mehrfachnutzungen zu ermöglichen und am Ende eines Produktlebenszyklus das Recycling direkt mit einzuplanen, um die Rohstoffe in neue Produkte einarbeiten zu können. Dadurch wird vermieden, dass wertvolle Ressourcen wie z.B. Kunststoffe zu Abfall werden und die Umwelt verschmutzen. Wo immer es realisierbar ist, sollten zudem nachwachsende Rohstoffe statt fossiler Rohstoffe eingesetzt werden, um klimaschädliche Emissionen zu reduzieren.

    ZIELE

    Die Initiative “RENOLIT Goes Circular”

    Um Ressourcen zu schonen und unsere Umwelt zu schützen, haben wir uns gegenüber der Circular Plastics Alliance (CPA) zu mehr zirkulärer Wirtschaft (Circular Economy) verpflichtet. Zugegeben: Auf unserem Weg dorthin erwarten uns viele Herausforderungen, die wir noch meistern müssen. Denn diese nimmt den gesamten Produktlebenszyklus in den Fokus, um Nachhaltigkeit zu erreichen und den Material- und Energiekreislauf möglichst zu schließen. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Ziele und Maßnahmen, die wir unter dem Dach unserer Initiative „RENOLIT Goes Circular“ gebündelt haben, um langfristig zirkulär zu wirtschaften.

    Grafik: Design von nachhaltigen Kunststofffolien

    Design

    Schon beim Produktdesign werden wir zukünftig noch mehr darauf achten, eine möglichst lange Nutzungsdauer zu erzielen und an die spätere Rückgewinnung und Wiederverwertung des Rohstoffes denken. Bereits heute sind viele unserer Produkte zu 100 Prozent recyclingfähig.

    Zusätzlich werden wir unser Produktportfolio gezielt um neue Produkte und Anwendungen erweitern, die einen höheren Rezyklatanteil haben, um Wertstoffe weitestgehend einarbeiten zu können. Dafür werden wir auch Kooperationen eingehen und den Know-How-Transfer fördern.

    Als Innovationstreiber arbeiten wir daran, Produkte mit neuen Eigenschaften und einem entsprechenden Mehrwert zu entwickeln, herzustellen und dafür Kunden zu gewinnen, denen das Thema Nachhaltigkeit und die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft so wichtig ist wie uns.

    Ressourcen

    Wir setzen überwiegend Materialien wie Polymere (Kunststoffe), Ester, Additive, Farbpigmente, Füllstoffe sowie Druckfarben ein. Diese bestehen zu ca. 68 Prozent aus Erdöl, Erdgas, zu rund 29 Prozent aus festen Abbauprodukten des Bergbaus und zu 3 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen wie Soja, Mais oder Zuckerrohr. Wo es technisch machbar ist, werden die bei der Produktion entstehenden Wertstoffe wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt.

    Unser Ziel ist es weiterhin, den Anteil an Rezyklaten in unseren Produkten durch Innovationen weiter zu erhöhen. Darüber hinaus arbeiten wir daran, neue Produkte zu entwickeln, in denen Rezyklate verarbeitet werden können.

    Dort wo es realisierbar und gesetzlich erlaubt ist, wollen wir fossile Rohstoffe durch biologisch hergestellte Rohstoffe ohne Verwendung von (fossilem) Öl und Gas ersetzen. In einer strategischen Partnerschaft mit Photanol entwickeln wir dafür „Polymere aus der Luft“ dank einer Innovation, die dem Beispiel der Natur folgt: der Photosynthese.

    Indem wir die Rezyklatanteile in unseren Produkten erhöhen, können wir gleichzeitig Emissionen senken. Auch in anderen Bereichen unserer Tätigkeit – von der Produktion über die Verwaltung unseres Unternehmens bis hin zur Mobilität oder Logistik – werden wir Maßnahmen ergreifen, die zu einer Senkung von Emissionen führen oder auf erneuerbare Energien setzen.

    Produktion

    Durch weitere Prozessoptimierungen versuchen wir die eingesetzten Materialien noch effizienter zu nutzen, damit möglichst kein Ausschuss entsteht. Aktuell liegt unser spezifischer Materialeinsatz bei 1,08 t pro t Produkt. Technisch bedingt entstehen also bei der Produktion zurzeit rund 0,08 t/t Produkt Restmaterialien. Diese Wertstoffe werden gesammelt, sortiert und dem internen Recycling zugeführt. Unsere interne Recyclingquote der Wertstoffe liegt bei rund 54,3 Prozent (Stand 2020). Bis 2025 haben wir uns dazu verpflichtet, diese Quote auf 100 Prozent zu erhöhen.

    Auch bei Transportverpackungen innerhalb Europas werden wir bis 2025 nur noch solche Kunststoffprodukte einsetzen, die entweder mehrweg- oder recyclingfähig sind. Zusätzlich soll das Verpackungsmaterial zu 50 Prozent aus recycelten oder erneuerbaren Rohstoffen bestehen.

    Im Überseebereich wollen wir zukünftig möglichst ganz auf Kunststoffe verzichten zugunsten von nachhaltigen Verpackungen aus Holz mit Kartonumverpackungen, die zu 50 Prozent aus recycelten oder erneuerbaren Rohstoffen bestehen.

    Gebrauch

    In rund 50 Prozent der Anwendungsbereiche sind RENOLIT Produkte für ihre Langlebigkeit bekannt. Durch Innovationen wollen wir diesen Anteil erhöhen, weil mit der langjährigen Nutzung die größten CO2 Einsparungen zu erreichen sind. Ein weiterer Aspekt, der auf die Nachhaltigkeit einzahlt, ist zudem die Tatsache, dass viele unserer Kunststofffolien und -anwendungen, die Lebensdauer anderer Produkte verlängern und dadurch auch Mehrfachnutzungen ermöglichen. Einen mehrfachen Gebrauch unserer eigenen Produkte werden wir ebenfalls bei Innovationen berücksichtigen.

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    Sammlung und Recycling

    Recycling ist die für die Umwelt zweitbeste Option mit Kunststoffprodukten umzugehen, weil es Ressourcen schont und die CO2-Emissionen reduzieren kann. Als Kunststoffhersteller werden wir das Recycling als einen Teil einer nachhaltigen Produktion verstehen und es Schritt-für-Schritt in unsere Prozesse integrieren.

    Unser Recyclingcenter in Worms werden wir mit drei neuen Anlagen ausstatten, um die Herstellung von recyclingfähigem Material wie Flakes, Regranulat und Pulver auszubauen. Dadurch können wir einen Teil der bisher rund 16,7 kt, die wir 2020 extern recyceln ließen, zukünftig intern wieder aufbereiten und darüber hinaus Wertstoffe von 10 Kunden.

    Ziel ist es, das Rezyklat in neuen Produkten zu verarbeiten sowie durch Innovationen den Rezyklatanteil unserer aktuellen Produkte kontinuierlich zu erhöhen. Auf diese Weise kann die Bilanz unseres Materialverbrauchs und der Treibhausgasemissionen noch einmal verbessert werden.

    Neben dem Recycling von Wertstoffen aus der eigenen und der Produktion von Kunden arbeiten wir daran, dass ein Teil unserer Produkte nach ihrer Nutzung gesammelt, nach Inhaltsstoffen getrennt, sortiert und recycelt werden. Am Ende einer langen Lebensdauer ist das Recycling allerdings eine große Herausforderung. Dieser werden wir uns verstärkt stellen, um eine Rückführung von Wertstoffen in den Produktionskreislauf gleichwertiger und neuer Produkte zu ermöglichen.

    Auch unsere Kunden profitieren davon, dass ihre bislang von RENOLIT bezogenen Produkte durch die Einarbeitung von intern hergestelltem Rezyklat „nachhaltiger“ werden bei bewährter Qualität.

    Unsere freiwillige Verpflichtung zur zirkulären Wirtschaft bis 2025

    Als Mitglied in der Circular Plastics Alliance (CPA) hat die RENOLIT SE sich gegenüber der CPA verpflichtet folgende Ziele zu erreichen:

    Prozent der Wertstoffe werden wir intern recyceln und in neue oder bestehende Produkte einarbeiten.

    Kilotonnen Wertstoffe aus der Produktion wollen wir bis 2025 intern recyceln.

    Kundenprojekte zur Wertstoffrücknahme werden in den RENOLIT Materialkreislauf integriert.

    Prozent recycling- oder mehrwegfähige Kunststoffmaterialien werden wir in Verpackungen einsetzen.

    Prozent Rezyklat oder nachwachsende Rohstoffe sollen unsere Kunststoffverpackungen enthalten.

    NACHHALTIGE PRODUKTE

    Welchen Beitrag leisten unsere Produkte heute zur Circular Economy?

    Schon heute bietet RENOLIT eine Reihe von Produkten, die einen hohen Rezyklatanteil haben, zu 100 Prozent recyclebar sind oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Um die Nachhaltigkeit eines Kunststoffproduktes insgesamt bewerten zu können, spielen neben den Rohstoffen auch seine Funktionen und Eigenschaften eine wichtige Rolle. Unsere Folien und Kunststoffprodukte zeichnen sich aus durch ihre Oberfläche, ihr Design und ihre Funktion:

    • Sie erneuern und veredeln andere Produkte,
    • schützen diese und verlängern deren Lebensdauer und
    • wurden entwickelt, um andere Produkte zu reparieren.

    INITIATIVEN

    Initiativen und Mitgliedschaften auf unserem Weg zur zirkulären Wirtschaft

    RENOLIT beteiligt sich an zahlreichen Initiativen der Kunststoffindustrie, die konkrete Programme für einen bewussteren Einsatz von Kunststoffen erarbeiten. Daneben gehen wir Partnerschaften ein, um beispielsweise nicht-fossile Rohstoffe zu entwickeln.

    „Operation Clean Sweep“ gegen Kunststoffgranulate in der Umwelt

    Kunststoffgranulate sind sehr klein und können beim Transport oder in der Produktion schnell verloren gehen oder übersehen werden. Das sollte nicht passieren, denn sie sind die zweitwichtigste Ursache für Gewässerverschmutzung nach Mikroplastik. Operation Clean Sweep ist ein internationales Programm zur Vermeidung von Granulat­verlusten. In Europa wurde die Initiative im Jahr 2013 von PlasticsEurope ins Leben gerufen.

    Im Rahmen dieser Initiative tragen wir an unseren Produktionsstandorten dazu bei, dass Kunststoffpartikel nicht in die Umwelt gelangen, um eine Verschmutzung von Böden und Gewässern zu verhindern. Bis 2025 sollen alle Standorte diese Initiative unterstützen.

    „Air“ – Entwicklung nachhaltiger Polymere aus der Luft

    In einer strategischen Partnerschaft mit Photanol arbeiten wir an der Entwicklung nicht-fossiler Polymere unter Verwendung von aus der Luft absorbiertem CO2. Diese Technologie arbeitet in einem direkten, vollständig zirkulären und CO2-neutralen Umwandlungsprozess ohne Verwendung von fossilem Öl und Gas. In diesem Verfahren, bzw. Umwandlungsprozess werden Licht und CO2 als Rohstoff genutzt und sogenannte Monomere, die Bausteine für Polymere, durch die Photosynthese von Cyano-Bakterien unter Ausstoß von Sauerstoff produziert.

    Dieser innovative Prozess ist eine optimale Lösung, um zur Reduzierung der globalen Erwärmung beizutragen und gleichzeitig die Vorteile von neuen Hochleistungspolymeren zu nutzen, wie zum Beispiel vollständig nachhaltige Rohstoffe, eine bessere Qualität der Medizinprodukte durch höhere Reinheit der Rohstoffe und eine gesicherte Lieferkette. Langfristig ist geplant, nicht nur Monomere für die Bedürfnisse von Healthcare zu entwickeln, sondern auch für andere Anwendungen unserer Gruppe.

    HERAUSFORDERUNGEN

    Herausforderungen auf unserem Weg zur zirkulären Wirtschaft

    Wie jede Transformation ist auch die Umstellung von der linearen zur zirkulären Wirtschaft eine hochkomplexe Aufgabe. Sie zu bewältigen, verlangt von allen Menschen, die bei uns tätig sind, mit denen wir zusammenarbeiten und für die wir unsere Produkte herstellen, alte Denkmuster zu verlassen, um neue Prozesse zu etablieren – für eine bessere Zukunft. Damit wir unsere gesteckten Ziele erreichen, haben wir folgende Prioritäten definiert:

    1. Prozessoptimierung in der Produktion

    Als ein international agierendes Unternehmen haben wir Produktionsstandorte auf der ganzen Welt. Um zukünftig zirkulär zu wirtschaften, müssen wir unsere Prozesse weltweit umstellen und harmonisieren – auch um Synergien nutzen zu können. Diese Aufgabe hat für uns oberste Priorität, deshalb konzentriert sich unser Operational Excellence Team darauf.

     

    2. Einsatz neuester Recyclingtechnologien

    Sofern möglich, recyceln wir Reststoffe bereits am Entstehungsort. Zusätzlich betreiben wir seit einigen Jahren zwei große Recyclingcenter in Worms und im spanischen Sant Celoni, in denen wir Wert- und Reststoffe aus unserer Produktion innerhalb der Gruppe recyceln. Um das Recycling über alle Produktionsstandorte hinweg zu vereinfachen, arbeiten wir bereits an einer Harmonisierung der Rezepturen. Darüber hinaus erweitern wir stetig unsere Recyclingkapazitäten und investieren auch in völlig neue Recyclingtechnologien, die derzeit auf dem Markt noch nicht verfügbar sind.

    Denn im Gegensatz zu PET-Flaschen beispielsweise, die aus einem einzigen Rohstoff bestehen, sind Folien von RENOLIT komplexer: Sie bestehen aus mehreren Schichten, aus verschiedenen Kunststoffmaterialien oder enthalten Additive, die ihnen besondere Eigenschaften verleihen, sind lackiert oder fest verbunden mit ihren Trägermaterialien. Um diese Wertstoffe für das Recycling aufzubereiten, kommen verschiedene Technologien zum Einsatz:

    • Extraktionstechnologien, um Weichmacher aus den Folien herauszulösen
    • Separationstechnologien, die die verschiedenen zu einer Verbundfolie miteinander laminierten Polymere voneinander trennen
    • Lösemittelbasierte Trennung: Bei lackierten Produkten aus Polypropylen (PP) muss der Lack vom PP getrennt werden. Da sich Lacke nicht lösen lassen, muss das Trägermaterial erst in Lösung gebracht und anschließend ausgefällt werden.  

    Allerdings lassen sich damit noch nicht alle Rohstoffe zurückgewinnen: Bedingt durch die sehr lange Lebensdauer einiger unserer Produkte aus dem Bausektor bestehen viele davon aus Inhaltsstoffen, für die heute noch keine Recyclingverfahren im industriellen Maßstab existieren. Produkte, die für medizinische Zwecke eingesetzt werden, müssen höchste gesetzliche Vorgaben erfüllen und dürfen nur bedingt wiederverwertet werden. Last, but not least ist die Rücknahme von gebrauchten Produkten nicht nur eine logistische, sondern auch mit Blick auf die Trennung nach Wertstoffgruppen eine anspruchsvolle Aufgabe, der wir uns gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern stellen werden.

    3. Design neuer nachhaltiger Produkte

    Schon beim Design geht es darum, Langlebigkeit, Reparierbarkeit, die Recylingfähigkeit sowie den tatsächlichen Rezyklatanteil eines Produktes zu berücksichtigen. Eine große Aufgabe besteht für uns darin, unsere hochwertigen Folien für ein späteres Recycling zu optimieren. Eine möglichst hohe Wiederverwertungsquote von Rezyklaten erreichen wir jedoch nur, indem wir unser Portfolio um neue Produkte ergänzen.

    Langfristiges Ziel: mehr nachhaltige Ressourcen einsetzen

    Die Hochwertigkeit unserer Produkte stellt besondere Anforderungen an die Qualität der Rohstoffe. Nur durch Innovationen wird es uns gelingen, möglichst hochwertige Sekundärrohstoffe zu erhalten oder nicht-fossile Rohstoffe zu entwickeln. Dort, wo Kompromisse aus ökologischen Gründen notwendig sind, werden wir diese gemeinsam mit unseren Kunden finden.

    Für einige Produkte konnten wir den Rezyklatanteil bereits deutlich erhöhen. 2020 hat unser Werk im spanischen Sant Celoni insgesamt ca. 8000 t Rezyklat in seine Produkte eingearbeitet, das entspricht 19,3 Prozent des gesamten Materialeinsatzes dieses Werkes. Diese Quote soll weiter erhöht werden.  


    Fußnoten

    1. Global Footprint Network, Ecological Footprint Atlas 2010. Das Global Footprint Network hat ein Maß für unsere Nutzung der Ressourcen der Erde entwickelt. Es misst, wie viel Land- und Wasserfläche eine menschliche Bevölkerung benötigt, um die von ihr verbrauchten Ressourcen zu produzieren und ihre Abfälle zu absorbieren. Er umfasst die Bereiche Energie, Nahrungsmittel, Holz und Abfall.
      Ecological Footprint Atlas 2010
    2. Circle Economy, Circularity Gap Report; Global 2021 Report, S. 5
    3. Das UN-Klimaabkommen von Paris wurde im Dezember 2015 beschlossen und trat im November 2016 in Kraft. Es beinhaltete folgende Kernpunkte: Reduzierung des globalen Temperaturanstieg deutlich unter 2 Grad und Anstrengung zur Begrenzung dieser auf 1,5 Grad; Verpflichtung, arme Staaten bei der Verminderung klimaschädlicher Emissionen und bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen; Berücksichtigung der Menschenrechte bei der Bekämpfung des Klimawandels; Ergreifen von Maßnahmen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaänderungen; Verpflichtung der Industrieländer konkrete Ziele zur Verminderung des CO2-Ausstoßes zu formulieren sowie Erhöhung der Klimaziele im Laufe der Zeit.
      UN-Klimaabkommen von Paris