Historie

    Die Geschichte von RENOLIT

    Auf dem Weg zu einem der international führenden Anbieter innovativer und nachhaltiger Polymerlösungen haben wir in unserer 80-jährigen Geschichte viele Herausforderungen gemeistert. Dabei blicken wir mit Stolz auf großartige Erfolge zurück.

    Entdecken Sie unsere Unternehmensgeschichte. Erfahren Sie, wie sich das Unternehmen vom Kleinbetrieb zum Global Player entwickelte und für welche Märkte RENOLIT Kunststofffolien und Polymerlösungen produziert.

    RENOLIT in Kürze

    Chronologie – 80 Jahre RENOLIT

    1946 – 1955: Der Aufbau

    Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen große Teile Deutschlands in Trümmern, doch Jakob Müller hatte Glück: Nicht weit von Worms entfernt hat seine Lederwarenfabrik in der Kleinstadt Kirn die Kriegsjahre gut überstanden. Allerdings standen die Räder häufig still, denn Leder war Mangelware. Abhilfe schaffte das Chemieunternehmen BASF im nahen Ludwigshafen. Dort produzierte man IGelit, ein weißes Pulver, das sich zu Lederersatz verarbeiten lässt – und später als „PVC“ zu einem führenden Kunststoff aufsteigen wird. Jakob Müller erkannte das Potenzial des Produkts und startete 1946 inmitten des zerbombten Worms in den Lederwerken Cornelius Heyl AG die RENOLIT Erfolgsgeschichte. Einen entscheidenden technologischen Schritt markierte das Jahr 1950 mit der Inbetriebnahme des ersten Kalanders. Dabei handelt es sich um eine Maschine, mit der Kunststoff durch beheizte Walzen ausgeformt wird. Sie bildet bis heute das Herzstück der Produktion. Bereits im darauffolgenden Jahr wurde am Standort Worms ein zweiter Kalander installiert, um die wachsende Nachfrage zu bedienen.

    1956 – 1965: Der Aufschwung

    In den Jahren des „Wirtschaftswunders“ wuchs die Weltwirtschaft teils um mehr als sieben Prozent. In Westdeutschland boomten die Produktion und der Export. Auch die Kinderzahlen stiegen an: 1964 war der geburtenstärkste Jahrgang aller Zeiten. Die vielen jungen Familien brauchten Häuser und Möbel, ein Großteil konnte sich nun schon ein eigenes Auto leisten, 1965 waren in der Bundesrepublik Deutschland bereits mehr als neun Millionen PKW zugelassen. RENOLIT reagierte auf die explodierende Nachfrage, expandierte und erweiterte das Angebot. Der neue Stammsitz in Worms bildete einen wichtigen Grundstein für die Zukunft. 

    1966 – 1975: Aufbruchstimmung und Umbrüche

    1968 setzte RENOLIT mit der Inbetriebnahme einer Sechs-Farben-Druckmaschine für über zwei Meter breite Folien neue Maßstäbe und galt damit als die größte ihrer Art weltweit. 1971 feierte RENOLIT schließlich das 25-jährige Jubiläum und Jakob Müller wurde deutschlandweit als erfolgreicher Industrieller bekannt. Als 1973 massive Rohölpreissteigerungen die Ölkrise und in den Industriestaaten eine Rezession auslösten, ging der Nachkriegsboom zu Ende. RENOLIT kam gut durch die Krise: 1975 erzielte das Unternehmen mit 18 Millionen DM einen neuen Rekordgewinn.

    1976 – 1985: Der Generationenwechsel

    Das Geschäftsjahr 1976 überschattete der Tod des Unternehmensgründers Jakob Müller. Nach dreißig Jahren Aufbau erlebte RENOLIT einen Generationenwechsel. Die zunehmende internationale Vernetzung der Weltwirtschaft und preiswerte Importe aus Asien veranlassen das Unternehmen dazu, sich in Bereichen umzuorientieren. Zudem erfordert die Entwicklung der Maschinen und Werkstoffe in der Kunststoffindustrie eine professionalisierte Ausbildung der Beschäftigten in der Produktion. Und nicht zuletzt hielt auch in Worms der Computer Einzug und läutete damit die IT-Umstellung im gesamten Unternehmen ein.

    1986 – 1995: Die Konsolidierung

    Dank des modernisierten Maschinenparks erzielte RENOLIT Mitte der 1980er einen Gewinnrekord. Einen weiteren Schub brachte 1988 die Einführung der Sieben-Tage-Woche. Erstmals liefen die Maschinen auch am Wochenende durch, was Energiekosten senkte und den Ausschuss verringerte. Im selben Jahr bewies das Unternehmen erneut Innovationskraft und begann als erster und über die Jahre hinweg einziger Hersteller mit der Produktion von 3D-Folien, die sich faltenlos um Ecken und Rundungen legen lassen. Die guten Zahlen schrieben sich während des ganzen Jahrzehnts fort, in dem sich die Welt veränderte: 1989 fiel die Mauer zwischen Ost und West, 1992 wuchsen Europa und seine Wirtschaft mit der Gründung der Europäischen Union enger zusammen – gut für internationale Firmen wie RENOLIT. Neuerungen in der Firmenpolitik legten zum Ende des Jahrzehnts die Basis für den Umbau des Unternehmens zum Global Player.

    1996 – 2005: Die Internationalisierung

    50 Jahre nach Gründung von RENOLIT zog sich mit Karl Meirer einer der führenden Protagonisten aus dem Unternehmen zurück. Im neuen Jahrzehnt änderte das Unternehmen damit seine Strategie entscheidend: War es bislang RENOLIT-Politik, nur aus eigener Kraft zu wachsen, wurden nun durch Firmenkäufe neue Märkte erschlossen. In Europa erleichterte der neu eingeführte Euro ab 2002 Handel und Produktion über Ländergrenzen hinweg. Dazu gründete RENOLIT nun auch verstärkt Vertriebs- und Produktionsstätten auf anderen Kontinenten. Technologisch setzte RENOLIT ebenfalls auf neue Impulse und nahm in Worms die erste Extrusionslinie in Betrieb, auf der PVC-freie Folien aus Methacrylat hergestellt werden. Die Folien kommen weltweit und unter unterschiedlichsten Klimabedingungen zum Einsatz.

    2006 – 2015: Der Global Player RENOLIT

    2006 war ein Paukenschlag: RENOLIT übernahm die Foliensparte des belgischen Konzerns Solvay. Das dadurch enorm gewachsene Unternehmen expandierte zielgerichtet in neue Märkte und überstand trotz der großen Investitionen die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gut: 2011 zählte RENOLIT zu den 20 erfolgreichsten Hidden Champions in Deutschland. In diesem Jahrzehnt, in dem die Klimakrise, Mikroplastik und Ressourcenverschwendung ins Bewusstsein rückten, gewann zudem ein Thema an Bedeutung: Nachhaltigkeit.

    2016 – heute: Globale Expansion und Zukunftsgestaltung

    Seit 2016 richtet RENOLIT seinen Blick entschlossen in die Zukunft. Ein Generationenwechsel in der Eigentümerfamilie sowie gezielte Investitionen in ein hochmodernes Ausbildungszentrum in Worms stärkten das Unternehmen von innen heraus. International schritt die Expansion voran: 2018 wurde RENOLIT Chile SpA eröffnet und damit neue Märkte in ganz Südamerika erschlossen. In Asien entstanden Joint Ventures für die Produktion von 2D- und 3D-Folien in China sowie von Geomembranen in Indien. Selbst die globalen Herausforderungen der ab 2020 andauernden Corona-Pandemie konnten den langfristigen Entwicklungskurs nicht bremsen. Im Gegenteil: Im Jahr 2022 erreichte die RENOLIT Gruppe einen Rekordumsatz von 1,366 Milliarden Euro. 2025 begann das Projekt der Zusammenlegung der Standorte Worms und Frankenthal am Hauptsitz, zudem wurde ein neues Werk im chinesischen Yingde eingeweiht. Zur Stärkung der Marktposition im indischen Markt für Geomembranen baut RENOLIT außerdem ein neues Werk in Pune, dessen Produktion 2026 anläuft. Mit dieser klaren Ausrichtung und kontinuierlichen Investitionen positioniert sich RENOLIT als anpassungsfähiges, global agierendes Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft.

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