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    Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Gebäudebereich

    Die akute Sorge vieler Menschen und Unternehmen ist dieses Jahr und auf unabsehbare Zeit der Umgang mit dem Corona-Virus. Doch auch, wenn dieser viele Geschäftsmodelle und einzelne Existenzen vor große Herausforderungen stellt, ist er nicht vergleichbar mit den die gesamte Gesellschaft bedrohenden Auswirkungen des Klimawandels.

    Man könnte meinen, dass wegen der Corona-Krise und des Zwangsstopps für den internationalen Waren- und Personenverkehr, wegen des Nachfrageeinbruchs und der Produktionsausfälle ein gutes Jahr für das Weltklima war. Dennoch war der sogenannte Earth Overshoot Day bereits am 22. August erreicht: Bis zu diesem Tag hat die Menschheit so viele Ressourcen verbraucht wie die Erde im ganzen Jahr erneuern kann. „Daher bleibt der Klimaschutz die zentrale Aufgabe unserer Zeit, die keinen Aufschub erlaubt", mahnt die Gesellschaft für nachhaltiges Bauen DGNB, das größte Netzwerk ihrer Art. Da der Bau- und Immobilienbereich einer der größten Treibhausgasemittenten ist, liegen hier massive Einsparpotenziale vor. Die Facility Manager als maßgebliche Akteure im Gebäudelebenszyklus nehmen dabei eine besondere Rolle ein, Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit zur Anwendung zu bringen.

     

    Bereits beim Entwurf und Bau können zielführende Weichen für ein nachhaltiges Gebäudeleben gestellt werden. Aber auch beim Betrieb von Bestandsimmobilien können Facility Manager einiges tun. Mindestens Klimaneutralität, besser noch eine positive Energiebilanz, sollte das Ziel jedes Gebäudebetreibers sein. Als klimapositiv gilt ein Gebäude dann, wenn es durch eine ausgeglichene oder negative CO2-Jahresbilanz einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Außerdem sind eine intelligente Gebäudeplanung für Energieeffizienz, regenerative Energiequellen sowie die Einspeisung selbst produzierter Energie ins Netz weitere wichtige Faktoren, um als klimapositiv eingestuft zu werden.

     

    Die DGNB gibt Beschäftigen in der Immobilienverwaltung verschiedene Hilfestellungen, Toolboxen und Angebote an die Hand – etwa den Leitfaden zum klimaneutralen Gebäude – um einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Oft profitieren sie in vielfacher Hinsicht davon, da z. B. Einsparungen und mehr Effizienz die Energiekosten senken. Konkrete und leicht umzusetzende Möglichkeiten bei Bestandsimmobilien, etwa welche Handlungsfelder zu berücksichtigen sind und wie man einen Klimaschutzfahrplan aufstellt, zeigt auch die DGNB-Publikation „Klimapositiv: jetzt!“ auf. Sie klärt darüber auf, mit welchen Maßnahmen die größten Sprünge zu mehr Nachhaltigkeit zu schaffen sind. Gelungene Umsetzungen prämiert das DGNB Zertifizierungssystem, etwa mit dem Zertifikat für Gebäude im Betrieb in Stufen von Bronze bis Platin.

     

    Auch das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP hält Hilfen und Instrumente für die Ökobilanzierung parat, um Emissionswerte, Lebenszykluskosten und Energieeffizienz – etwa bei der bau- und anlagentechnischen Konzeption – berücksichtigen zu können. Ebenfalls halten die Abteilungen Energieeffizienz und Raumklima sowie Ganzheitliche Bilanzierung des IBP konkrete Angebote auf diesem Weg bereit. Insbesondere Architektur-, Planungs- und Ingenieurbüros unterstützt das Institut mit der Websoftware GENERIS® dabei, Gebäude ökologisch zu planen.

     

    Langfristig führt kein Weg daran vorbei, dass die Immobilienwirtschaft eine grüne Transformation durchläuft. Dafür gibt es bereits eine große Auswahl an Angeboten, die Unternehmen helfen, diesen Weg zu bestreiten. Von der Planung über den Betrieb bis zum Ende des Gebäudelebenszyklus müssen alle Bereiche ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Bedürfnissen ausgewogen mitbedacht werden.