Bitte wählen Sie Ihre Sprache
News

    Leerstandsmanagement will geplant sein

    Die meisten Firmen waren im März gezwungen, ihren laufenden Betrieb einzufrieren. Während Firmen ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit ins Homeoffice schicken und Gastronomen versuchen, sich mit Lieferdiensten über Wasser zu halten, stehen viele Gebäude leer. Licht aus, Tür zu funktioniert aber selten. Facility Manager stehen vor der Herausforderung, die verwaisten Gebäude betriebsbereit zu halten. Der temporäre Shutdown bietet aber auch Chancen.

    Die Corona-Krise stellt die Wirtschaft auf den Kopf. Wegen der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen verfallen viele Anlagen und Gebäude in einen Minimalbetrieb, da Mitarbeiter gar nicht oder nur von zuhause arbeiten können und Kunden ausbleiben. Während einige Services zurückgefahren werden können, müssen andere weiter durchgeführt werden.

    „Nicht nur die Schließung beziehungsweise Stilllegung der Fläche oder des Gebäudes muss präzise geplant und durchgeführt werden, sondern die komplette damit zusammenhängende Infrastruktur muss strukturiert herunter- und danach wieder hochgefahren werden“, sagte Thomas Häusser, Partner der Drees & Sommer SE, in einer Stellungnahme des Unternehmens.

     

    Vielfach, so Häusser, seien sich die Flächennutzer beziehungsweise deren Manager über den Umfang ihrer Betreiberverantwortung in den verschiedenen Betriebsbereichen nicht bewusst. Wichtige To-Dos des Leerstandsmanagements würden vergessen und verursachen dadurch unnötige Kosten oder auch ungewollte Betriebsrisiken. Viele Inspektionen und Wartungen, beispielweise von raumlufttechnischen Anlagen, Brandschutztechnik, Aufzügen oder Notbeleuchtungen dürften nur bedingt terminlich verschoben und zudem nur von Fachpersonal mit Sachkundenachweis durchgeführt werden. Auch die Sicherheit der ungenutzten Gebäude gilt es sicherzustellen, um etwa Vandalismus vorzubeugen. Der Stillstand eröffnet aber auch günstige Gelegenheiten, etwa für interne Restrukturierungen oder eine Grundreinigung der Kantine während diese geschlossen ist.

    „In raumlufttechnischen Anlagen und im Trinkwassernetz ist stehendes Wasser das mit Abstand größte Risiko. Vor allem gilt es zu vermeiden, dass sich Keime und Bakterien bilden und vermehren, bis hin zu den gefürchteten Legionellen“, warnt Häussers Teamkollege Bernd Fisel, Associate Partner der Drees & Sommer SE an gleicher Stelle. Auch für die Zeit nach den Corona-Einschränkungen braucht es Strategien. „Trinkwasseranlagen, Lüftungsanlagen und Klimaanlagen mit Luftbefeuchtern sollten grundsätzlich komplett überprüft werden. Wichtig ist es auch, sich rechtzeitig mit externen Dienstleistern auszutauschen, damit sie bei Start des Betriebs auch verfügbar sind. Denn bereits jetzt ist eine künftige Überlastung absehbar.“

     

    Die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gebäudeauslastung werden auch das Facility Management treffen. Sie hat den Beweis gebracht, dass großflächige Heimarbeit zumindest bei Office-Tätigkeiten funktioniert. Auch wenn nach der Krise viele Berufstätige wieder dankbar in ihre Büros zurückkehren werden, so werden sich doch viele Firmen die Frage stellen, wie zeitgemäß der Betrieb großer Bürogebäude in Zukunft noch ist.

     

    Mehr Infos:  https://www.dreso.com/fileadmin/Aktuelles/Shutdown_Gebaeude_Standortschliessung.pdf