Die Fassade wechselt die Farbe

Studentischer Wettbewerb mit frischen Ideen zur Fassadengestaltung

Worms, 24. März 2011 – Benjamin Kleineberg heißt der Erstplatzierte eines Ideenwettbewerbs, den die RENOLIT SE gemeinsam mit dem Fachbereich Architektur der TU Darmstadt unter der Leitung von Professor Johann Eisele ausgelobt hatte. Gemeinsam mit drei weiteren Platzierungen wurde der Student am 24. März 2011 mit dem RENOLIT Award ausgezeichnet. Insgesamt acht Arbeiten sind im Rahmen des Wettbewerbs während des vergangenen Wintersemesters entstanden, bei dem neue Ideen zur Fassadengestaltung im Mittelpunkt standen.

Multifunktionale Ansätze

Beim Stichwort Hausfassade denkt man spontan an Mauersteine, Putz und Farbe. Vielleicht noch an Klinkersteine, wenn entsprechende Bauweisen geläufig sind, auf jeden Fall aber an Massivität und Abgrenzung. Diese landläufigen Assoziationen haben die Architekturstudenten gründlich durchbrochen. Da wechseln Fassaden auf Wunsch die Farbe, lernen das Leuchten oder laden zum Klettern ein.

Die Grundlage für diese Ideenvielfalt bilden Folienprodukte von RENOLIT. Das Wormser Unternehmen bringt dafür langjährige Erfahrungen mit: Seit 30 Jahren produziert es Folien, die Wind und Wetter standhalten. Bislang haben diese Produkte des Geschäftsbereichs RENOLIT EXTERIOR vorwiegend Fensterrahmen,Türen oder Tore mit Holzdekoren und Farben belebt. "Aus dem Blickwinkel der Forschung und Lehre besitzen Studenten die notwendige Distanz zu unserem Alltagsgeschäft, um die Produkte mit neuen Techniken und Anwendungsfeldern in Verbindung zu bringen", beschreibt Michael Kundel, Vorstandsvorsitzender der RENOLIT SE, die Triebfeder dieser Kooperation.
 

Ideen für ein Jugendzentrum

Konzipiert wurden die Ideen für die Fassade des neuen Jugendzentrums der Stadt Mörfelden. Allen Preisträgern gemein ist der Versuch, die massive Struktur des Bauwerks optisch aufzubrechen. Benedikt Frisch formt dafür die Folie zu Kissen, befüllt sie mit Luft und stellt sie als Skulptur vor die Fassade. Im Innenraum setzt er diese Skulptur fort und nutzt sie zugleich als Raumteiler oder Sitzgelegenheit. Die Arbeit wurde mit einer "lobenden Erwähnung“ honoriert.

Mit dem Entwurf "Nordsonne" möchte Jan-Christian Gerhartz die Bedeutung der nach Nordosten ausgerichteten Eingangsfassade betonen. Ein Netzwerk aus trichterförmigen Kunststoff-Elementen dient als Sicht- und Sonnenschutz und bringt mit Gelb-Orangetönen Farbe ins Spiel. Da sich dieser Entwurf unabhängig vom Gebäude verwirklichen lässt, wurde er angekauft.

Jedes Element ist anders

Der zweite Platz gebührt der "Zweiten Haut". Die vorgehängte Fassade von Ljubica Duceva besteht aus wabenförmigen Kunststoff-Elementen mit unterschiedlichen lichttechnischen Eigenschaften: Sie sind transparent oder transluzent und lassen sich in verschiedenen Farben hinterleuchten. Jede Wabe hat unterschiedliche Winkel und Kantenlängen und ist damit jeweils ein Einzelstück.

Benjamin Kleineberg hat den Übergang ins Gebäude neu definiert und seinem räumlich gestalteten Entwurf zusätzliche Funktionalitäten verliehen. Der Besucher kann sich in der Fassade aufhalten oder sich zurückziehen, er kann sie durchschreiten oder als Kletterwand nutzen. Die Sechseckstruktur erhält ihre Räumlichkeit über verschieden stark ausgeprägte Tiefpunkte und bietet dadurch den benötigten Raum fürs "Zwischenleben".

„Mit diesen Entwürfen wurden wieder einmal die vielfältigen Gestaltungs-möglichkeiten mit Kunststoffen im wahrsten Sinne plastisch vor Augen geführt“, freut sich Stephan Nicolay, der sich um die Projektorganisation gekümmert hat und bereits seit Jahren eine Lanze für die Leistungsfähigkeit polymerer Werkstoffe bricht. Der Vorsitzende des IBK – Institut für das Bauen mit Kunststoffen e.V. hofft gemeinsam mit Professor Eisele darauf, dass einer der prämierten Entwürfe jetzt Realität wird.

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