The Woman, Numen / For Use

Das internationale Künstlerkollektiv Numen / For Use, unter anderem bekannt durch ihre Installation „Tape“ in vielen Metropolen der Welt, haben in einem ihrer neuesten Projekte den Weg ans Kroatische Nationaltheater in Zagreb gefunden. Es ist ihre Szenographie, die dem Drama „The Woman“ eine besondere Atmosphäre verleiht. Bei dem Stück geht es um die Not der Frau in einer patriarchalischen und frühkapitalistischen Welt. Als Grundlage dienen die beiden Romane „The Woman“ und „In Café du Dôme“ des kroatischen Expressionisten Josip Kosor aus den 1920er-Jahren, die für diese Aufführung zu einer Geschichte in zwei Akten verschmelzen. Der erste Akt spielt in einer Kneipe eines dalmatinischen Küstenortes. Ein Protagonist verliert während einer dunklen, stürmischen Nacht in einem Würfelspiel seine Frau an einen Rivalen. Die Frau wiederum betritt als schwarzer Racheengel die Bühne. Die Handlung ist entsprechend düster, melodramatisch, geradezu hysterisch. Um diese Atmosphäre zu unterstreichen, haben Numen / For Use eine riesige PVC-Folie von der Bühne über das Publikum bis in die Galerie gespannt. Durch ihre ständige Bewegung erzeugt sie Töne andauernden Regens, an die Küste brandender Wellen sowie stürmischen Windes. Die Zuschauer sind umgeben von diesen Klängen und werden auf diese Art regelrecht in das Stück hineingezogen. Zum Ende des ersten Aktes wird die Folie kontrolliert gelöst und auf der Bühne zusammengerafft. Der zweite Akt beginnt. Auch in ihm spielt Kunststoff in der Szenographie eine Rolle. Allerdings lediglich am Ende der Aufführung. Ein riesiger Ballon aus schwarzer Plastikfolie wird langsam im Hintergrund der Bühne aufgeblasen. Er dehnt sich aus, wälzt sich langsam bis zum Bühnenrand und verschluckt alles, was ihm im Weg steht. Die Idee und Umsetzung sind, wie auch die anderen Arbeiten für internationale Bühnen, in Kooperation mit Ivana Jonke entstanden, der Ehefrau einer der Künstler.

The Woman, Croatian National Theatre, Zagreb