Reut Rosenberg, Toga Chair

Design ist Luxus. Seine Persönlichkeit und seinen Geschmack durch die Wahl seiner Kleidung, seines Schmucks oder seiner Möbel auszudrücken, war lange Zeit nur den privilegierten Schichten vorbehalten. Mit der Industrialisierung hatten die Menschen nicht nur mehr Geld zur Verfügung, um sich diesen Luxus zu leisten. Die Produkte wurden günstiger, vielfältiger und origineller. Neue Materialien und Werkstoffe ermöglichten es den Menschen, gänzlich neue Dinge auszuprobieren und Formen und Farben zu entdecken, die vorher aus technischen Gründen oder Kostengründen nie zur Anwendung kamen.

Der Toga Chair der Designerin Reut Rosenberg ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Entwicklung, die Design in den letzten hundert Jahren genommen hat sowie die Möglichkeiten, die sich mit neuen Materialien eröffnen. Bei der Gestaltung des Stuhls orientierte sich Rosenberg an achtlos weggelegten Kleidungsstücken, von denen jedes auf individuelle weise Falten wirft – je nachdem wie und worauf es gelegt wurde. Daher ist auch jeder Toga Chair ein Unikat. Je nachdem, wie die Designerin das PVC auf dem Stuhlgestell aus europäischer Eiche drapiert hat, ergeben sich einzigartige Formen. Ähnlich der Falten der namensgebenden Toga präsentiert sich schließlich das Ergebnis der Arbeit. Es ist kein Zufall, dass für den Stuhl PVC als Material verwendet wurde. Der Werkstoff lässt sich nicht nur leicht formen, sondern ist ausgehärtet auch belastungsfähig. Daher ist er nicht nur ein ästhetisches Element, sondern in Form der Rückenlehne auch Teil der Konstruktion als solche. Somit ist der Toga Chair von Reut Rosenberg ein inspirierendes Beispiel für die vielen Möglichkeiten, die sich Designern in ästhetischer als auch in praktischer Hinsicht bei der Anwendung neuer Werkstoffe eröffnen.

Toga Chair