Plastique Fantastique, Breathing Volume

Die Berliner rund um Plastique Fantastique haben wieder zugeschlagen. Diesmal sind sie nicht im öffentlichen Raum zu sehen, sondern auf dem Festival „4 + 4 Days in Motion“ in Prag. Dort stellten sie im Oktober 2015 ihre Installation „Breathing Volume“ aus, die in Zusammenarbeit mit dem Soundkünstler Marco Barotti entwickelt wurde. „Breathing Volume“ stellt eine Schnittstelle aus Klanginstallation und Architektur dar und ermöglicht dem Besucher eine einzigartige, interaktive Erfahrung. Die Installation besteht aus einer weißen Kunststofffolie, die sich dynamisch zusammen- und auseinanderzieht. Mit Hilfe von vier synchronisierten Ventilatoren werden die Wandmembranen so gesteuert, dass sie gleichmäßig das Volumen der Installation verändern und dem Besucher so für die Dauer von ca. fünf Minuten das Gefühl geben, sich in einem lebenden Organismus zu befinden. Zusätzlich sind die Ventilatoren an eine Soundmatrix angeschlossen und mit dieser synchronisiert. Im Inneren der Installation beleben die Subwoofer mit pulsierenden Bassfrequenzen den künstlich geschaffenen Organismus. Die Technik ist so angelegt, dass sie den Atmungsvorgang einer menschlichen Lunge imitiert. Dementsprechend ist es erklärtes Ziel, den Fokus des Betrachters weg von dem zu bewegen, was uns umgibt, hin zu dem, was unvermittelt da, im Hier und Jetzt, ist. Die Installation soll anregen, über unser Verhältnis zu Raum, Ferne und Ausdehnung zu reflektieren und schafft dies, indem sie Kunststoff so wandelt, dass er organische Eigenschaften zu haben scheint. Hier zeigt sich die Wandelbarkeit künstlich hergestellter Materialien und Folien, die bei kreativem Einsatz verschiedenste Formen und Funktionen annehmen können.

the volume