Theater „Der Mond“ – import.export architecture

Das Puppentheater De Maan (dt. der Mond) ist seit den 1950er Jahren für Kinder und Jugendliche der künstlerische Mittelpunkt der belgischen Stadt Mechelen. Mit jährlich 350 - 400 Aufführungen und wachsenden Besucherzahlen waren die historischen Spielstätten schließlich zu klein und auch so stark abgenutzt, dass eine Sanierung unumgänglich wurde. Die bestehende Substanz sollte den aktuellen Anforderungen an Technik und Sicherheit angepasst und das Theater um einen neuen Baukörper erweitert werden. Nach einem Wettbewerb und einer vierjährigen Planungs- und Bauphase konnte De Maan im November 2015 seine Pforten wieder öffnen.

Import.export Architecture ging als Sieger aus dem Wettbewerb für die Neugestaltung hervor. Sie verfolgten einen eher ungewöhnlichen Ansatz der Gleichzeitigkeit der Maßstäbe und Disziplinen im Entwurfsprozess. Städtebau, Technik, Innenausbau und Denkmalpflege waren von Beginn an in den Prozess involviert. So entstand ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Neubau und historischer Substanz, drei unabhängige Wegeführungen für Besucher, Akteure und Verwaltung sowie eine Reihe urbaner Landschaften, die durch bestimmte Ausblicke in den Gebäuden inszeniert werden.

Die historischen Gebäude (Heiliggeistkapelle und Heiliggeisthaus) wurden in enger Zusammenarbeit mit der Stadtarchitektin Barbara Adriaensen und ihres Teams sowie des Architekturbüros Beeck von Grund auf renoviert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Zwei neue, von import.export Architecture entworfene Gebäude ergänzen das Ensemble. Dabei entstanden ein Theatersaal mit 180 Sitzplätzen sowie ein kleineres Auditorium für Proben, Forschung und kleinere Aufführungen. Workshop- und Übungsräume sowie die Verwaltung des Zentrums sind im Altbau untergebracht. Ein Café mit Terrasse im Erdgeschoss wirkt als Bindeglied zwischen dem Zentrum und den umliegenden Gebäuden.

Bei der Gestaltung des Neubaus stand der Name des Zentrums Pate. Die auffällige, goldfarbene Fassade des kleineren der beiden neuen Baubaukörper ist dem Moonlander der Mission Apollo 11, dem ersten Fahrzeug auf dem Mond, nachempfunden. Sie zitiert das berühmte Bild der goldenen, geknitterten Oberfläche der Moonlander-Unterseite. Zahlreiche Versuchsreihen wurden durchgeführt, bis der gewünschte Knick-Effekt der Fassadenpaneele erreicht wurde. Für das Dach des Neubaus entschieden sich die Architekten für eine 1,5 mm dicke, weiße Folie von RENOLIT ALKORPLAN.

Der Mond