Creative Spaces, der Studentenwettbewerb in der Fábrica de Arte Cubano, Havanna, Kuba

Der Papst war schon da, Barack Obama kam als erster US-Präsident nach mehr als 80 Jahren auf die Insel, Karl Lagerfeld verwandelte die Prachtstraße Alt-Havannas in seinen Laufsteg und sogar die Rolling Stones haben diesen Frühling in der Hauptstadt gespielt. Kuba ist dieses Jahr „the place to be". Und nach Jahrzehnten des Stillstandes kommt nun auch wieder Bewegung in die Architekturszene der Karibikinsel.

In der Fábrica de Arte Cubano, dem neuen, boomenden Zentrum für Architektur, Design, zeitgenössische Kunst und Musik in Havanna, wird die ungeheure kreative Energie der lokalen Kulturszene am deutlichsten spürbar. Das alte Gebäude wurde vom Team der Betreiber in Eigenarbeit vor drei Jahren zu einem Zentrum für alle Kunstformen umgebaut. Es diente ursprünglich als Elektrizitätswerk, Generatorenhalle und Lagerhalle, bevor es lange Zeit als leerstehende Hülle langsam verfiel.

 Das Werk ist seither konstant „in progress“, da immer wieder Änderungen und Erweiterungen vorgenommen werden, um den zahlreichen und vielfältigen kulturellen Ereignissen den passenden Rahmen zu bieten. In Zusammenarbeit mit derFábrica“ schrieb RENOLIT hier einen Studentenwettbewerb aus – den ersten Architekturwettbewerb seit Jahrzehnten auf der Insel. Die Aufgabe bestand darin, mit Material von RENOLIT eine Verbesserung der Räumlichkeiten zu erzielen. Die Arbeit der Studenten sollte sich in diesen „work in progress“-Prozess einreihen, der in der „Fábrica“ fast schon eine Tradition darstellt.

Zahlreiche Arbeiten wurden eingereicht, die sowohl für den Innenraum als auch für den Außenbereich Erneuerungen vorsahen. Die Autoren des Siegerentwurfs, Samuel Puente Fernández und Nguyen Rodríguez Barrera, nahmen sich des größten Raums der Anlage an (Nave 3). Hier finden jeden Abend Theater-, Tanz-, Film- oder klassische Musikvorführungen statt. Der industrielle Charakter des Raums lässt kaum Wünsche offen – bis auf die Akustik, die dem bemerkenswerten Niveau der Aufführungen nicht gerecht wird. Der eingereichte Entwurf sieht Paneele vor, die zum einen als Leuchtkörper zum anderen als akustisch wirksame Elemente wirken. Die rechteckigen, großformatigen Elemente bestehen aus leichten Rahmen, die mit Spanndeckenfolie bespannt und in unterschiedlichen Größen von der Decke abgehängt werden – eine elegante und gut umsetzbare Lösung. Im nächsten Schritt erfolgen die Berechnung der Elemente sowie die Ausführung.

Eine lobende Erwähnung erhielt Daniela Friedman, deren Vorschlag sowohl den Innen- als auch den Außenbereich einbezog. Ausgehend vom Bild des alten Kamins, der als höchste Struktur des Stadtteils die Fábrica de Arte von weitem sichtbar macht, entwickelte die Studentin mehrere kleine „Lichtkamine“, die vom Galerieraum im Obergeschoss des Hauptgebäudes durch die Dachhaut dringen. Die kegelförmigen Strukturen bestehen aus transparenten RENOLIT ONDEX Platten, die tagsüber einen Lichteifall in den Innenraum ermöglichen und nachts nach außen strahlen.

Siegerentwürfe und Preisverleihung