Blueprint at Storefront (Blaupause bei Storefront) – SO-IL

Die Installation „Blueprint at Storefront“ (Blaupause in der Galerie „Storefront“) wurde 2015 in New York als temporäre Show für Architektur und Kunst ins Leben gerufen. Ihr Ziel: das Thema „Ursprung“ durch das Medium der Blaupause – ein Nostalgie-geladenes Element – neu zu beleuchten. Sie diente als Plattform für den Austausch unter Architekten und Künstlern, die der Aufforderung nachkamen, Aspekte der Vergangenheit von Architektur und Kunst sowie mögliche zukünftige Tendenzen zu analysieren.

Die New Yorker Galerie „The Storefront for Art and Architecture“ wurde Anfang 1992 vom Architekten Steven Holl in Zusammenarbeit mit dem Künstler Vito Acconci entworfen. Sie befindet sich im Erdgeschoss eines Blocks, der die Grenze dreier Quartiere bestimmt: SOHO, Little Italy und Chinatown. Der Innenraum ist schmal und lang, das dominierende Element ist die Fassade, die – als Symbol für die Abgrenzung der Kunstwelt von der Straße – von zahlreichen, meistens raumhohen Öffnungen durchbrochen ist.

Gut zwei Jahrzehnte später, haben die Architekten des Büros SO-IL die Galerie für „Blueprint“ neu gestaltet – oder vielmehr „eingemottet“. Die Fassade wurde vollständig in weiße Schrumpffolie eingepackt. Sie wurde zu einer homogenen, leicht gewellten Oberfläche, hinter der die unregelmäßigen, großflächigen Öffnungen mit ihren Schließelementen verschwanden und nur noch als Umrisse sichtbar blieben. Der Innenraum, der sich normalerweise auf den Bürgersteig ausweitet, verwandelte sich in einen privaten Rückzugsraum, in dem die Gedanken der Künstler ohne Störung von außen erfahrbar waren.

Diese Technik des „Wegtuns“, die man sonst von unterbrochenen Baustellen oder vom Lagern von Schiffen und Booten kennt, hatte hier den Effekt, die Galerie – obwohl sie eigentlich nicht mehr sichtbar war – präsent werden zu lassen. Der Besucher wurde automatisch dazu veranlasst, über die ursprüngliche Intention des Architekten bei dem Entwurf nachzudenken. Abends ließ die lichtdurchlässige Folie schemenhaft erkennen, was dahinter geschah, der Raum wurde lebendig und weckte dadurch die Neugier der Passanten. Für die Installation zeichneten Florian Idenburg, Max Hart Nibbrig sowie der Künstler Sebastiaan Bremer verantwortlich.

 

Fotos: Iwan Baan

Blueprint at Storefront