Studio LTA - Self/Less

 

Kunststoffe setzen in innovativer und ästhetischer Architektur Maßstäbe. Das hat nun auch Hollywood entdeckt. Für den Science-Fiction-Thriller „Self/less – der Fremde in mir“ mit Ben Kingsley und Ryan Reynolds in den Hauptrollen griffen die Filmemacher auf die Arbeit des Stuttgarter Studios LTA (Studio für Leichtbau und temporäre Architektur) zurück. Diese hatten eigens für das Filmset zwei pneumatische Gitterschalen-Konstruktionen gebaut, um die klinisch-sterile Atmosphäre von Hightech Laboratorien zu imitieren. Auf der Suche nach einer futuristisch anmutenden Kuppelkonstruktion war das Filmteam auf studentische Arbeiten von Julian Lutz und Philipp Kuner aus dem Jahr 2009 aufmerksam geworden. Bereits damals arbeiteten die beiden mit einem von Überdruck und Unterdruck gestützten Tragsystem. Bei der für das Filmset gefertigten Konstruktion kommt das Prinzip nun wieder zum Einsatz. Mehrlagig gefertigte Folienschläuche werden mit Luft gefüllt und bilden ein Gitternetz, das durch eine kontinuierliche Luftversorgung stabil gehalten wird. Die Fixierung der sich kreuzenden Schläuche durch eine reversible Klebeverbindung an den Knotenpunkten sowie der Unterdruck zwischen zwei schwer entflammbaren Hüllfolien ober- und unterhalb des Gitternetzes sorgt für die Aussteifung der Konstruktion. Nach dreimonatiger Konstruktions- und Planungszeit waren nun zwei Kuppeln in den Abmessungen von 23 m x 12 m x 5,5 m entstanden, welche vom Studio LTA eigenhändig am Filmset in New Orleans aufgebaut wurden. Mit einem Gesamtgewicht von nur 1050 Kilogramm fiel der Transport wenig aufwendig aus. Das Resultat der schwäbischen Ingenieurskunst war ab Sommer 2015 im Kino zu bestaunen. Wichtige Teile der Handlung finden in diesen Kuppelbauten statt, weshalb der Konstruktion eine besondere Bedeutung zukommt. Diese Tatsache unterstreicht wieder einmal die herausragende Rolle, die Kunststoffe in innovativer und ästhetischer Architektur spielen können.

Self/Less