Petite Vie - Fontaine/Fortin/Labelle

 

Im Rahmen des Kunstfestivals „Les Passages Insolites“ (zu dt. etwa: ungewöhnliche Gassen) welches diesen Sommer in Quebec, Kanada stattfindet, haben sich die Architekten Francis Fontaine, Luca Fortin und Pascal Labelle etwas Besonderes einfallen lassen. Mit bunten geometrischen Skulpturen an den beiden Enden einer Gasse schufen sie das Tor zu einer bunt-bizarren kleinen Welt. Die „Petite Vie“, französisch für „kleines Leben“, getaufte Installation besteht aus türkis bzw. lila angemaltem Sperrholz. Zur Innenseite der kleinen Welt hin ist das Holz mit Spiegelfolie aus Vinyl ausgekleidet. Durch die Verzerrung und Unschärfe der Spiegelbilder ergeben sich so völlig neue Sinneseindrücke. Abgekoppelt von den Hauptstraßen, die sie verbindet, scheint die kleine Gasse ein Eigenleben zu entwickeln und bietet Gelegenheit für einen kurzen Moment aus der Stadt auszusteigen und neue Welten zu erkunden. Die Künstler haben Erfolg mit ihrer Idee, die Menschen aus dem Alltag herauszulocken. Seitdem die Installation steht, wird die Gasse wesentlich häufiger von Passanten genutzt. Vor allem Kinder finden Freude an dem neu geschaffenen Raum, der sich durch die spiegelnden Eingänge ergibt. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Architekten einen separaten Eingang in die türkisfarbene Trennwand eingelassen haben, der auf die Größe der kleinen Besucher zugeschnitten ist und somit besonders einladend wirkt. Die Trennwand in Lila am anderen Ende der Gasse hingegen verfügt neben einem Durchgang auch über ein Fenster, durch das sich aus der kleinen Welt in die Außenwelt kommunizieren lässt. So können Interessierte sich das „kleine Leben“ innerhalb der Trennwände ansehen und werden ermutigt, selbst einzutreten. Das Festival „Les Passages Insolites“, auf der die Installation „Petite Vie“ zu sehen ist, findet noch bis zum 02. November 2015 in Quebec, Kanada statt.

Petite Vie