YADEGAR ASISI 360°-PANORAMA, ROM 312/DRESDEN 1945

 

Mit seinen 360°-Panoramen schafft der in Berlin lebende Künstler Yadegar Asisi ungewohnte Einblicke in vergangene Zeiten und beeindruckende Landschaften: Rom zu Zeiten des Kaisers Konstantin im Jahr 312, das von der Mauer geteilte Berlin oder das Great Barrier Reef und der Amazonasdschungel. Den thematisch vielfältigen Werken ist gemein, dass sie alle durch ausgezeichnete Handwerkskunst und künstlerische Finesse zu beeindrucken wissen. Damit der Besucher in die von Asisi geschaffenen Welten eintauchen kann, ist ein komplexer logistischer Kraftakt vonnöten: So wurden zum Beispiel für das Panorama „Dresden 1945“, das im Panometer Dresden ausgestellt wurde, 3.000 m² Polyester im Sublimationsverfahren bedruckt. 4.000 Meter Garn wurden vernäht, um das 107 Meter lange und 27 Meter hohe Panoramabild herzustellen. Auf einer 15 Meter hohen Plattform aus Stahl konnten die Besucher das Panorama schließlich bestaunen. Wegen der Größe der Bildfläche kann die Ausstellung der Bildwelten nur in Panometern, Gasometern und ähnlich großen Hallen stattfinden. Ausstellungen fanden bisher unter anderem in Dresden, Berlin, Leipzig, Pforzheim und Rouen (Frankreich) statt.

Die Idee zu den monumentalen Panoramen kam Yadegar Asisi, als er 1993 als Architekt für die Ausstellung „Sehsucht – das Panorama als Massenunterhaltung des 19. Jahrhunderts“ in der Bundeskunsthalle in Bonn arbeitete. Auf Recherchereisen, die ihn um die ganze Welt führen, gewinnt Asisi Inspiration und Materialien um schließlich aus bis zu 50.000 Fotografien, Zeichnungen und Skizzen seine Werke zu schaffen. Um historische Authentizität zu gewährleisten, entstehen die Arbeiten im Dialog aus Wissenschaft und Kunst. Mit Hilfe von Laiendarstellern und Kulissen entstehen in aufwendigen Fotoshootings die Bilder, die – am Computer zusammengesetzt – die 360°-Panoramen eine Geschichte erzählen lassen.

360°