Copagri Pavillon – Miralles Tagliabue EMBT

„Den Planet ernähren, Energie für das Leben“ – so lautet das Motto der EXPO 2015, die zurzeit vor den Toren Mailands stattfindet. Anders als bei bisherigen Weltausstellungen soll die Debatte im Mittelpunkt stehen, nicht die Leistung. Es wird also mehr diskutiert als präsentiert. Und doch wurde bei der Gestaltung der Pavillons auch auf das Äußere wert gelegt. Neben den typischen Länderpavillons sind es auch Organisationen, die sich und ihre Arbeit vorstellen. Einer davon gehört zur italienischen Agrarkooperative Copagri. Er besteht aus zwei kuppelförmigen Gebäudeteilen. Die Tragstruktur ist – wie bei so vielen Pavillons dieser EXPO – aus Holz. Die breiten Träger verbinden sich über Stahlprofile zu einem Gitternetz aus lauter Dreiecken, die wiederum die Kuppel bilden. Die schützende Hülle des Pavillons besteht aus miteinander verschweißten, transparenten PVC-Folien. Sie sind jeweils mit etwas Abstand zur hölzernen Tragstruktur an den Knotenpunkten der Dreiecke befestigt und am unteren Ende mit einem PVC-PES-Gittergewebe versehen, das für Frischluftzufuhr sorgt. Den oberen Abschluss der Kuppel bildet ein konisch zulaufender Ring aus Fachwerkträgern. An seiner Unterkante endet die transparente PVC-Folie. An der Oberkante sind wiederum transluzente Polyester-PVC-Membrankissen angebracht, die das „Auge“ verschließen. Die Zwischenräume des Fachwerks schließlich werden zur Entlüftung des Pavillons genutzt. Der Entwurf des Pavillons stammt vom spanischen Büro Miralles Tagliabue EMBT. Sie ließen sich bei der Formgebung von den traditionellen Kuppeln römischer Städte inspirieren. Mit einem Unterschied: Oberhalb der Kuppeln wölbt sich das Tragwerk dekorativ wieder nach außen und bildet so einen Kranz, der an die Blüte einer Blume erinnert. Die Konstruktion wurde so geplant, dass der Pavillon nach der EXPO schnell ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann. Nachhaltigkeit soll schließlich nicht nur während der EXPO ein Thema sein.

Copagri