Schöne Weihnacht

Weihnachten steht vor der Tür –  die einzige Zeit im Jahr, in der die Welt kurz innezuhalten scheint. Wir lassen das Jahr nochmal Revue passieren, um dann im Kreis der Familie oder mit Freunden die Feierlichkeiten bis zum Neuen Jahr zu genießen. Ein wichtiger Aspekt dabei: der Austausch von Geschenken. Im Schnitt geben die Deutschen rund 250 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Dem war nicht immer so. Obwohl das Schenken gerne mit den Gaben der drei Weisen aus dem Morgenland assoziiert wird, war es im frühen Christentum verpönt, Geschenke zu übergeben. Es erinnerte zu sehr an die heidnischen Bräuche zur Wintersonnenwende. Um die wieder länger werdenden Tage zu feiern, schenkten sie sich Essen, Kerzen oder auch Schmuck.

Erst im Mittelalter verbreitete sich dieser alte Brauch wieder – entgegen der Wünsche der Kirche. Eine ganze Reihe Heiliger folgte dem Beispiel der drei Weisen und brachte fortan Geschenke. Berühmt geworden sind zum Beispiel der Heilige Nikolaus oder –  je nach Kulturkreis –  auch Santa Claus. In Italien ist es Befana und in Russland das weiß gekleidete Mädchen Kolyada. Dazu kommen je nach Region Elfen oder Zwerge. Im anglo-amerikanischen Sprachraum wird am Tag nach Weihnachten der „Boxing Day“ gefeiert – zu Deutsch „Geschenkschachtel-Tag“ – an dem Bedienstete von ihren Arbeitgebern Geschenke erhielten, die sogenannte „Christmas Box“. Teure Geschenkschachteln waren jedoch ein Privileg der Reichen. Als erschwingliche Methode, dennoch einen netten Weihnachtsgruß zu überbringen, entwickelte man die Weihnachtskarte.

Die erste gedruckte Weihnachtskarte wurde 1843 von Calcott Horsley für Sir Henry Cole entworfen, ein Geschäftsmann, der nicht rechtzeitig an alle persönlichen Weihnachtsgrüße dachte, aber niemanden enttäuschen wollte. 1860 bekam das Weihnachtskartengeschäft aufgrund der Erfindung der Briefmarke sowie der Weiterentwicklung der Drucktechnik industrielle Züge. Kurze Zeit später folgte das bedruckte Geschenkpapier. Eine wahre Gestaltungsflut setzte ein – Karten und passend dazu bedruckte Geschenkpapiere wurden von Engeln, Schleifen, Stechpalmenzweigen und anderen, der Jahreszeit entsprechenden Motiven, geziert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das bislang braune Geschenkpapier eingefärbt – ähnlich der bereits bekannten bunten Servietten. Kurz danach haben Designer und Hersteller begonnen, Geschenkpapier – und seit den 1960er-Jahren auch Geschenkfolie – nicht mehr nur für Weihnachten, sondern für alle anderen Anlässe, die sich eines Geschenkes würdig erweisen – zu entwerfen. Kein Geschenk ohne die passende Verpackung!

Etwa 83 Quadratkilometer Geschenkpapier wurden Weihnachten 2013 allein in England verwendet. Der Weihnachtsmann beliefert an Heiligabend schließlich 822 Haushalte pro Sekunde, wenn er mit seinem Schlitten in einer Geschwindigkeit von rund 3.750.000 Km/h die Geschenke ausfährt. Da kommt eine Menge (recycelbares) Verpackungsmaterial zusammen, das einfach dazugehört – denn nichts ist schöner als die Vorfreude und die Spannung wenn das noch verpackte Geschenk vor uns liegt …

Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gesundes 2015!