Tape Art - Max Zorn

Kunst im öffentlichen Raum ist nicht neu. Doch nicht immer war sie so populär wie heute. Spätestens seit dem Film „Exit through the Gift Shop“, durch den der britische Street Artist Banksy in die Kinos kam, ist diese Form der Kunst zum Liebling der Medien avanciert. Was bis dahin von den meisten als Vandalismus und Sachbeschädigung angesehen wurde, wird mittlerweile in hippen Galerien und Museen weltweit gefeiert.

Von den vielen Formen, die urbane Kunst einnehmen kann – gemalt, gesprüht, geklebt – haben die meisten nach wie vor einen Hauch von Illegalität und Rebellion, handelt es sich doch bei den Kunstwerken meistens um einen Protest gegen die zunehmende Kommerzialisierung des öffentlichen Raums und die immer identitätsloser wirkenden Gesichter der Städte. Eine Form jedoch tanzt aus der Reihe: die Tape Art. Bilder, Schriftzüge und sonstige visuelle Botschaften werden hierbei mit Hilfe von Tape – Klebeband oder -folie – auf Fassaden oder direkt auf den Boden aufgebracht – rückstandslos und in kürzester Zeit ablösbar, wodurch den Künstlern die Strafen wegen Sachbeschädigung erspart bleiben. Die Tape Artists treten demnach auch öffentlich auf, sind häufig Gäste bei diversen Kunstveranstaltungen und „tapen“ des Öfteren vor laufenden Kameras.

Einer der herausragenden Vertreter dieser Street Art-Form ist der niederländische Künstler Max Zorn. Mit herkömmlichem Paketband und einem Skalpell erschafft er einprägsame Bilder, die den Betrachter in die New Yorker Welt der 1950er-Jahre entführen. James Dean, Casablanca, Hemingway und Edward Hopper sind sowohl Motive als auch Inspirationsquellen. Der Braunton des Paketbandes verstärkt den Vintage-Look noch.

Zu Beginn seiner Schaffensphase nutzte Max Zorn Amsterdamer Straßenleuchten als Träger für seine Kunst. Sobald die Straßenbeleuchtung bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet wurde, erwachten seine Werke zum Leben – es dauerte nicht lange, bis die Bilder im Internet auftauchten. Sein erstes Video, das er im November 2011 auf Youtube unter dem Titel „Street Art by Max Zorn Making of Tape Art“ selbst veröffentlichte, wurde fast eine Million Mal angeklickt. Seine Bilder sind mittlerweile weltweit zu sehen: von England bis Portugal und von Florida bis Hong Kong – viele davon als Auftragsarbeiten. Sein 2012 gestartetes online Projekt „Stick Together“, das sich der Unterstützung und der weltweiten Verbreitung von Street Art verschrieben hat, kann mittlerweile tausende Anhänger aufweisen. Offline kommt „Stick Together“ als jährliches Event in Amsterdam zum Ausdruck – ein Highlight für alle, die sich mit dieser urbanen Form der zeitgenössischen Kunst befassen.

 

Fotos: www.maxzorn.com

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