Das Kunst-Fenster – ein Projekt an der TU Wien im WUK Wien

Im Sommersemester 2014 erarbeiteten Architektur-Studierende der TU Wien an den Abteilungen „Hochbau 2“ und „Kunst und Gestalten“ Entwürfe zur Aktivierung und Aufwertung des WUK-Hofes, die sie in neun verschiedenen Projekten zu den Themen Sitzen, Liegen, Kommunizieren, Essen, Licht, Sichtbarkeit der Innenräume, etc. 1:1 selbst realisierten. Das WUK - Werkstätten‐ und Kulturhaus – ist eines der größten, unabhängigen Kulturzentren Europas, bietet auf 12.000 Quadratmetern Raum für kulturelle Veranstaltungen und Künstlerwerkstätten, versteht sich darüber hinaus als offener Kulturraum, der von seinen Nutzern, Besuchern und Mitarbeitern selbstständig organisiert, verwaltet und mitgestaltet wird. In Kooperation mit P. Michael Schultes, Dozent an der Universität sowie Gründer und Senior Consultant des Vereins „Experimonde | die Welt des Experiments“ und RENOLIT PROFESSION konnten die Rahmenbedingungen für eine Umsetzung des Entwurfs geschaffen werden.

 

Der WUK-Hof ist eines der beliebtesten „Angebote“ des Kulturzentrums. Er ist der einzige öffentliche Ort im Haus, der nicht durch eine bestimmte Funktion vordefiniert ist und dessen Besuch an kein weiteres Ziel gebunden sein muss.  Ziel war es, das Potenzial des Hofes als urbane Ressource und als öffentlichen Raum mit städtischer Platzqualität auszuschöpfen und eine temporäre bis permanente Transformation des WUK-Hofes zu entwickeln.

 

Durch die Intervention an der Fassade zur Kunsthalle Exnergasse machten die Master‐Studenten Simon Schwaiger und Stefan Eder die Kunsthalle nach außen sichtbar. Ein aus transparenter PVC‐Folie bestehender Erker scheint einen im Obergeschoss durch das Fenster nach außen quellenden Ausstellungsraum aufzufangen. Der als „Kunst‐Fenster“ benannte Erker hat die Aufgabe, die Neugierde der Passanten zu wecken und ihre Aufmerksamkeit auf die Kunsthalle zu lenken. Tagsüber fungiert das Fenster als Erweiterung des Ausstellungsraumes und kommuniziert Inhalte der jeweiligen Ausstellung nach außen, abends und nachts transportieren entweder Projektionen das Geschehen aus der Kunsthalle in den öffentlichen Raum oder das „Kunst‐Fenster“ verwandelt sich zur reinen Lichtskulptur.

 

Die Konstruktion des prismenförmigen Erkers besteht aus einem Rahmen aus Stahl‐Formrohren, der mit transparenter PVC‐Folie bespannt wurde. Der Rahmen des Kunst‐Fensters verfügt über ein pneumatisches Nachspannsystem aus Feuerwehrschläuchen der Firma „Haberkorn“, über welches die durch Temperatureinfluss entstehenden Längendehnungen der Klarsichtfolie „Horizon Glass“ kompensiert werden können.

 

 

Das Kunst-Fenster