Vapor, Pieke Bergmans

Vapor – zu Deutsch Dampf – heißt die im Rahmen der „Dutch Design Week 2013“ in Eindhoven gezeigte Installation von Pieke Bergmans.

Die niederländische Designerin, die am Royal Collage of Art in London ihren Master unter Ron Arad machte, experimentiert in ihren Arbeiten gerne mit Materialien. Bei „Vapor“ entschied sie sich für PVC. Durch Aufheizen und Aufblasen des Kunststoffs schafft sie von innen beleuchtete, erstaunlich organische Körper. Sie knüpft damit an ein früheres Werk an, bei dem sie sich bereits im Glasblasen übte.

Anders als die meisten Designer plant Pieke Bergmans ihre Werke nicht vom ersten bis zum letzten Schritt durch, sondern überlässt die finale Gestalt zum Teil dem Zufall. „Die Körper müssen ihre Form finden, sie müssen wachsen“, sagt die Designerin überzeugt. Während der Herstellung der Installation hat sie nur entschieden, ob an bestimmten Stellen mehr Luft oder mehr Farbe benötigt wird. Die eigentlichen Formen der Leuchten entstanden ohne ihr aktives Zutun. Das Ergebnis des Experiments ist atemberaubend: Sechs Meter hohe Lichtkörper schweben im Treppenauge des alten Pumpenwerks in Eindhoven. Körper, die nach unten hin immer fragiler und leichter werden. Sie scheinen sich geradezu in etwas Immaterielles auflösen zu wollen. Diese Eigenschaft gab den Leuchten ihren Namen: „Vapor“ – der Zustand zwischen gasförmig und flüssig, der keine Form hat und nie lange anhält. Dadurch wirken die Lichtfiguren wie nicht greifbare, mystische Wesen – ob Engel oder Geister bleibt dem Betrachter überlassen. Ergänzt werden diese Leuchten durch eine zweite Serie: Ebenfalls leuchtende, schlangenförmige Körper winden sich zwischen den Pumpen und Leitungen des Eindhovener Ausstellungsraums hindurch.


Fotos: Mirjam Bleeker

Vapor I und II