EU/PHORIA & WAFER CHAIR

Wir verbringen im Schnitt 11,5 Stunden am Tag sitzend, davon einen Großteil auf Stühlen. Kein anderes Möbelstück ist unserem Körper so nahe wie der Stuhl. Vielleicht ist das der Grund, warum sich Designer und Architekten diesem Thema so intensiv widmen. Es gibt Stuhlikonen, für die hohe Beträge gezahlt werden. Stuhlmuseen und Stuhlausstellungen locken jährlich tausende Besucher an, und selbst für jeden Tischler ist der erste eigenhändig gezimmerte Stuhl unvergesslich. Der Mächtigste des Landes saß früher auf einem Thron, heute sitzt ein Geschäftsführer gern im Chefsessel. Die Professoren haben einen Lehrstuhl inne, und wenn jemand nicht erwünscht ist, wird gerne an seinem Stuhl gesägt. Schon an der Sprache lässt sich die Bedeutung des Sitzens und des Stuhls in unserer Gesellschaft ablesen.

Stühle bestanden früher fast ausnahmslos aus Holz. Eine deutliche Wende gab es in den 1950er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren in Europa Geld und auch Material Mangelware. Obwohl in den USA die Situation nicht so drastisch war, schrieb das Museum of Modern Art [MoMA] in New York 1948 den Wettbewerb „Low-Cost Furniture Design" aus, in dem die allgemeine wirtschaftliche Lage berücksichtigt werden sollte. Eines der preisgekrönten Objekte war ein Stuhl, dessen komplette Sitzschale aus Kunststoff bestand. Bis dahin war Kunststoff noch nie in diesem Zusammenhang genutzt worden. Sein Designer, Charles Eames, ließ sich von den Kunststoffverkleidungen der Radarantennen inspirieren, denen er während seines Militärdienstes begegnet war. Zahlreiche Designerstühle sind seither aus dem Material entstanden, viele sind zu Designikonen avanciert.

Doch die Entwicklung geht weiter. Eumenes, ein junges, italienisches Unternehmen, entwickelte den Monocoque-Stuhl „EU/PHORIA“. Dessen Sitzschale besteht aus RENOLIT WOODSTOCK, einem Material, das bisher nur in der Autoindustrie Verwendung fand. Die vorwiegend aus Naturfasern und Polypropylen bestehenden Platten sorgen für eine leichte, dennoch sehr robuste Schale. Zur Formung wird sie im Thermoverfahren bearbeitet, eine Technik, die hier in einem völlig unüblichen Kontext steht. Mit zahlreichen Farbe und Mustervariationen sowie unterschiedlichen Gestellfarben lassen sich individuelle Kombinationen für jede Gelegenheit finden.

Bei dem zeitlos anmutenden „Wafer Chair“, dem ersten Stuhl von Monica Armani für Molteni & C, wurde traditionelle Tischlerkunst mit modernster Technik verbunden: Der stapelbare Stuhl hat ein Gestell aus Massivholz. Die Sitzfläche und die Rückenlehne bestehen aus dem leichten, umweltfreundlichen RENOLIT WOODSTOCK zu dessen Herstellung sogar das Sägemehl aus der Fertigung des Gestells verwendet wird.

Euphoria & Wafer Chair