Endesa-Forschungspavillion in Barcelona

ENDESA Pavillion Barcelona, Spanien

Für die Dauer von einem Jahr bot ein in direkter Nähe zu den Hafenanlagen Barcelonas gelegener Pavillon Raum für Experimente und Veranstaltungen zum Thema intelligenter Gebäudetechnik und ökologischer Architektur. Das im Zuge der Smart City Expo 2011 geplante Projekt wurde durch Studierende des IAAC - Institute for Advanced Architecture of Catalonia – und mithilfe der Unterstützung des Energieunternehmens Endesa realisiert. Der Gestaltungsansatz, der diesem Projekt zugrunde liegt, macht das ökologische Potenzial computergestützter Architektur deutlich.

Schon von weitem sticht die expressive Formensprache des Forschungspavillons ins Auge. Doch die Ausrichtung der Fassade und ihrer keilförmigen Sperrholzmodule ist nicht das Ergebnis baukünstlerischen Überschwangs, sondern leitet sich aus der Lage der einzelnen Elemente und ihrem Verhältnis zum einfallenden Sonnenlicht ab. Die Anordnung der Fassadensegmente ermöglicht den optimalen Einfallwinkel der Sonnenstrahlen auf die applizierten Photovoltaikpaneele und maximiert den solaren Ertrag.

Da die Adaptationsfähigkeit konventionell geplanter Architekturen nicht in der Lage gewesen wäre, die optimale Nutzung der Sonnenstrahlen zu gewährleisten, entwickelte das studentische Planungsteam die aus vorgefertigten Holzelementen bestehende Struktur komplett anhand digitaler, parametrischer Entwurfsmethoden. Die daraus resultierende Autarkie von externen Stromquellen war von Beginn an integraler Bestandteil des Versuchsbaus, der sich vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger wandeln soll. Im Zusammenspiel mit einer ausgeklügelten computergestützten Gebäudetechnik und neuen Speichermedien kann die Architektur zu einem integralen Bestandteil eines intelligenten Energiemanagements werden.

Der Endesa-Pavillon verkörpert nicht die prototypische Wohnform der postfossilen Ära, sondern repräsentiert ein experimentelles Fassadensystem, das Energiegewinnung, Sonnenschutz und Stauraum in sich vereint. Die Algorithmen auf denen die Planung basiert, sind allen interessierten Architekten jederzeit online zugänglich und werden stetig weiterentwickelt. Durch diesen „open source'-Ansatz kann der Programmcode modifiziert und an lokale Gegebenheiten angepasst werden. Da die parametrische Struktur ihren Ausdruck direkt mit der geographischen Position des Gebäudes koppelt, ist es möglich. die für Spanien entwickelte Fassade an die Gegebenheiten eines alternativen Ortes anzupassen. Die Verwendung eines Befestigungssystems, das Solarpaneele und Dachbahn ohne Perforierung der wasserführenden Schicht verbindet, ermöglichte diesen außergewöhnlichen Entwurf.

 

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