Guga Children’s Theater in Langa, Capetown

Das Kulturzentrum Guga S’Thebe in Langa, dem ältesten Township Kapstadts, entstand Mitte der  1990er-Jahre. Es zieht im näheren Umfeld wohnende Kinder und Jugendliche, lokale Künstler, aber auch internationale Touristen an. Für die Gemeinschaft Langas ist Guga S’Thebe eine einzigartige Chance, ihre Kunst und Kultur in einen internationalen Dialog zu leben. Das Kulturzentrum ist das Herz des urbanen Townships und braucht dringend eine Erweiterung für Kinder- und Jugendbildungsarbeit, die nun mit dem Guga Children´s Theatre geschaffen wird. Die südafrikanische Architektin Carin Smuts plant und baut gemeinsam mit den späteren Nutzern sowie mit Architekturstudenten der Hochschulen PBSA Düsseldorf, RWTH Aachen, Georgia Tech Atlanta, UCT Kapstadt und in Kooperation mit den AIT ArchitekturSalons das Theaterhaus als Erweiterung des Guga S’Thebe Kulturzentrums. Eine Kombination aus kleinen Einzelräumen für das Lernen in kleineren Gruppen bis hin zu einem großen Multifunktionsraum für Tanz und Musik, für Proben und Aufführungen soll das Angebot in Langa erweitern und nachhaltig stimulieren. In einem Studenten-Workshop mit Carin Smuts im März 2013 gewannen die Studierenden einen ersten Einblick in das Leben im Township Langa und was ein Kulturzentrum dort leisten muss. Der Entwurf nahm nun endlich Gestalt an: Im Juli 2013 reisten die ersten Studentengruppen der drei Universitäten nach Kapstadt, um mit materieller und personeller Unterstützung des „Departments for Arts and Culture“ der Stadt Kapstadt die Realisierung zu beginnen.

Guga Children's Theater, Stand der Arbeiten

Das Guga Children’s Theater entsteht auf der Südseite des existierenden Kulturzentrums Guga S’Thebe. Es besteht aus einem rechtwinkligen Baukörper, der durch eine Verdrehung zum bestehenden Amphitheater einen eingefassten Platz erzeugt. Dieser wird der Vorplatz für das neueTheater und Zuschauerraum für die Außenbühne werden.

Der multifunktionale Theaterraum mit Platz für bis zu 200 Personen wird als ein geschlossenes Rechteck aus auf Abstand gesetzten Seefracht-Containern gebildet. Durch die versetzte Stapelung von High-Cube-Containern im Erdgeschoss und Standardcontainern im Obergeschoss entsteht im Inneren ein locker umschlossener Raum mit einer lichten Höhe von rund fünfeinhalb Metern. Dieser Container-Ring nimmt Funktionen wie Hinterbühne, Suppenküche, Regie, Zuschauerbalkon und Tonstudio auf. Zwei Elemente bilden die Tragstruktur: Aus Nagelplattenbinder ist das Pultdach konstruiert, eine im südafrikanischen Industriebau weit verbreitete Bauweise. Das Dach öffnet sich zum Vorplatz des Theaters. Durch die zueinander geneigten Binder wird eine räumlich repetitive Struktur erzeugt. Diese V-Struktur prägt die Hauptansicht des Theaters, das Tragwerk bleibt im Innern sichtbar. Getragen wird das Dach durch zweigeschossige Stahlstützen, die im Gebäudeinneren vor den Containern angeordnet sind und direkt auf der Gründung stehen.

Aktuell wird auf der Baustelle der Dachabschluss inklusive Isolation, Regenrinnen und Dachdeckung durchgeführt. Für die großzügigen Öffnungen zwischen den Containern und außenseitig vor den Dachträgern werden Fassadenpaneele gefertigt, die mit transluzenten Acrylplatten belegt sind. Diese wurden von der Firma Ondex RENOLIT gespendet und sind gerade auf dem Weg nach Kapstadt.