Verarbeitung

Kalandrieren:

Die gängigste Technologie zur Verarbeitung von PVC zu Folien ist die Kalandertechnik. Hierbei wird die Rohmasse, das sog. Dryblend, durch aufgeheizte und sich drehende Walzen zu einer Kunststoffbahn geformt. Mit dem Spalt zwischen den Walzen wird die Foliendicke eingestellt. Anschließend wird die Oberfläche der Folienbahn durch eine Prägung modifiziert. Hochglänzende oder seidenmatte Oberflächen mit oder ohne Strukturen sind herstellbar. Im weiteren Verlauf wird die Folie abgekühlt und anschließend zu einer Rolle aufgewickelt.


Extrusion:

Bei der Extrusion wird die Kunststoffmischung bei hohen Temperaturen mittels einer Schneckenwelle durch eine formgebende Düse gepresst. Die Kunststoffbahn wird auf einer Walze abgezogen und abgekühlt. Im Anschluss kann ein Präge- oder ein Streckvorgang folgen. Der Vorteil dieser Technologie ist, dass neben dünnen Folien auch Platten und Profile mit komplexen Geometrien hergestellt werden können. Die Extrusion ist die am weitesten verbreitete Technologie zur Verarbeitung von Kunststoffen. 


Laminierung:

Beim Laminiervorgang werden in der Regel zwei oder drei Folienbahnen flächig miteinander verbunden. Dabei werden die Folien mittels einer beheizten Walze erwärmt und gleichzeitig zusammengepresst. Dadurch lassen sich dickere oder mehrschichtige Folien aus einem oder verschiedenen Kunststoffen herstellen. Bei der RENOLIT werden hiermit PVC Folien mit Acrylatfolien verbunden. 

    
Prägen:

Die Folienoberfläche wird durch Verformung mittels eines formgebenden Werkzeugs (Walze) verändert. Damit lassen sich hoch glänzende oder matte Folienoberflächen aber auch ein Relief erzeugen. Die Folie wird dabei zwischen zwei Walzen geführt; die eine sorgt für die Prägung (Prägewalze), während die andere den Gegendruck erzeugt (Rückseitenwalze). Der Ausfall der Prägung und dessen Stabilität wird vor allem durch den Prägedruck und Temperatur beeinflusst. Ein sauberer und störungsfreier Prägevorgang ist für eine exzellente und reproduzierbare Oberflächenbeschaffenheit ausschlaggebend.

  
Drucken:

Technisch gibt es viele Druckverfahren aber alle verfolgen das gleiche Prinzip, eine Farbe (oder Text) kontrolliert auf eine Oberfläche zu transferieren. Im Bereich der flachen Bahnen wird durch verschiedene Walzensysteme, die entsprechen graviert sind, die Farbe aufgenommen und durch Berührung mit der Folienoberfläche auf diese übertragen. Bekannte Prozeduren sind z.B. der Offsetdruck, der Tiefdruck oder der Flexodruck. Inkjetdrucksysteme sind moderne Verfahren, die digital gesteuert, berührungslos mittels Tinten hochaufgelöste Bilder drucken können.       


Beschichten (Coating):

Die Beschichtung ist ein Verfahren, bei dem formlose Stoffe auf die Oberfläche eines Substrats gebracht werden und eine festhaftende, zusammenhängende Schicht erzeugt wird. Bei Folien wird der Stoff meistens durch Walzen oder durch eine Rakel auf die Oberfläche transferiert. In einem Trocknungsvorgang werden anschließend überschüssige Lösungsmittel wie z.B. Wasser vertrieben und die Oberfläche homogenisiert. Die Schichtdicke und die Haftung auf dem Substrat sind wichtige Qualitätskriterien einer Beschichtung. Bekannte Anwendungen sind z.B. das Aufbringen einer Kleberschicht auf Selbstklebefolien oder das Lackieren einer bedruckten Oberfläche mit einem Schutzlack.